Den UV-Index (UVI) verstehen: Wie UV-A, UV-B und Sonnenwinkel Vitamin D steuern
Inhalt zuletzt geprüft: Oktober 2026
Der globale solare UV-Index (UVI) ist ein internationaler Standard der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und der Internationalen Beleuchtungskommission (CIE). Er beschreibt die Stärke der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung am Boden. Physikalisch entspricht 1 UV-Index-Punkt genau 25 Milliwatt pro Quadratmeter (25 mW/m²) erythemwirksamer Bestrahlungsstärke (ISO/CIE 17166) auf einer horizontalen Fläche.
1. UV-A vs. UV-B: Warum nur UV-B Vitamin D bildet
Die am Boden eintreffende UV-Strahlung gliedert sich in UV-A (315–400 nm) und UV-B (280–315 nm). Obwohl UV-A über 95 % der gesamten UV-Energie an der Oberfläche ausmacht, reicht die Photonenenergie nicht aus, um 7-Dehydrocholesterol (7-DHC) in der Epidermis umzuwandeln. Die Bildung von Prävitamin D3 in der Haut findet fast ausschließlich im UV-B-Bereich von 290–315 nm statt (Maximum bei 295–298 nm).
Da die Ozonschicht UV-B stark absorbiert, ändert sich das Verhältnis von UV-B zu UV-A stark mit dem Sonnenstand (Sonnenzenitwinkel, SZA). Frühmorgens, spätnachmittags oder im Winter legt das Licht einen deutlich längeren Weg durch die Atmosphäre zurück: Der Großteil des UV-B wird herausgefiltert, während UV-A weiterhin durchdringt.
2. UV-Index-Referenztabelle: Dosisrate & Geschätzte Minuten
Über 60 Sekunden liefert jeder UV-Index-Punkt 1,5 J/m² Umgebungs-Erythemdosis (0,025 W/m² × 60 s). Unter Berücksichtigung der 3D-Körpergeometrie und einseitigen Beleuchtung (Faktor 0,40) zeigt die Tabelle die WHO-Stufe, die Dosisrate sowie die Basisminuten bei konstantem UVI (Alter ≤ 20 Jahre, 100 % Basiseffizienz, Normal-BMI, 25 % Hautfläche; mit 30 Jahren ca. 15 % länger). Hinweis: Bei UVI 1–2 ist der kurzwellige UV-B-Anteil im Verhältnis zu UV-A stark reduziert, sodass langes Sonnenbaden bei sehr niedrigem UVI ineffizient ist.
| UV-Index | WHO-Stufe | Umgebungsdosis / Min. | Typ II (~25 % Haut) | Typ III (~25 % Haut) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Niedrig (0–2) | 1.5 J/m² | ~104 min | ~125 min |
| 2 | Niedrig (0–2) | 3.0 J/m² | ~52 min | ~63 min |
| 3 | Mäßig (3–5) | 4.5 J/m² | ~35 min | ~42 min |
| 5 | Mäßig (3–5) | 7.5 J/m² | ~21 min | ~25 min |
| 7 | Hoch (6–7) | 10.5 J/m² | ~15 min | ~18 min |
| 9 | Sehr hoch (8–10) | 13.5 J/m² | ~12 min | ~14 min |
| 11+ | Extrem (11+) | 16.5+ J/m² | ~10 min | ~12 min |
3. Praktische Hinweise & der WHO-Schwellenwert UVI 3
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt aktiven Sonnenschutz, sobald der UV-Index 3 oder höher erreicht. Bei sehr hohen Werten (UVI 8 bis 11+) kann helle Haut (Typ I–II) bereits in 10 bis 15 Minuten die Sicherheitsgrenze von 0,80 MED erreichen – kurze, gezielte Intervalle sind daher deutlich sicherer.
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